GESCHICHTE 

 
 

DIE IDEE EINES BIENENFORSCHERS

HANFKALK FÜR EINE NEUE "NATÜRLICHE" BIENENHÖHLE

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Daniel Boschung von der ETH Zürich befasst sich seit 2013 mit der Idee des heutigen Bee.House. Seit 2018 erforscht er mit seinem Projekt www.beelivingsensor.org das Verhalten der Bienen.

Dabei dachte der Umwelt-Ingenieur viel über das natürliche Verhalten und die Eigenschaften des ursprünglichen Lebensraums, der Baumhöhle, nach.

Hierbei kam er auf einen natürlich nachwachsenden Co2-negativen Dämmstoff der gerade wiederentdeckt wurde und zwar Hanfkalk.

Daraus entstand der Kontakt zum Vinschgauer Hanfpionier und Hanfstein-Experten Werner Schönthaler.

 

Die Beiden erforschten und testeten verschiedene Bauformen und Baugrößen und schafften die ersten erfolgreichen Überwinterungen mit dem zweiten Prototypen. 

URSPRUNG IN BAUMHÖHLEN

BIENEN SIND WALDBEWOHNER
 

Honigbienen sind eigentlich Waldbewohner und seit 45 Millionen Jahren an das Leben im Wald perfekt angepasst. Als Behausung nutzten sie vorwiegend natürliche Baumhöhlen, diese sind ideal gedämmt für das Überleben des Bienenvolkes. Mit wenig Arbeitsaufwand und Energie können Bienen darin die ideale Temperatur erzeugen. Diese beträgt genau 34,5 Grad im Sommer in der Brutzeit und nicht unter 10 Grad an der Außenhülle des Schwarms im Winter.

VON DER FREIEN BIENE ZUM NUTZTIER

Seit rund 200 Jahren hat der Mensch die Honigbiene immer stärker für sich genutzt. Schwärme wurden optimiert um den Honig so ertragreich wie möglich zu machen und die Bestäubungsleistung zu maximieren. Dafür wurden die Bienen ab nun in viel größeren, unnatürlichen Schwärmen und meist in Agromonokulturen als Bestäuber eingesetzt. Der mineral- und vitaminreiche Honig, der den Bienen bisher als Nahrungsquelle diente, wurde vom Menschen geerntet und mit einfachem Zuckerwasser ersetzt. Die Biene braucht in den einfach gebauten Imkerkisten zudem viel mehr Energie zum Heizen und Kühlen.

Seit inzwischen 50 Jahren müssen die Bienen außerdem mit der Plage der Varroamilbe leben. Um die Völker von den Varroamilben zu befreien setzen die Imker Säuren ein, die Spuren von Verätzungen hinterlassen können. Weitere Umweltfaktoren, wie die Abnahme der Biodiversität, Monokulturen, Klimaerwärmung oder der Einsatz von Pestiziden stressen und schwächen die Widerstandskraft der Bienenvölker und führen vermehrt zum Bienensterben. 

 

ALLER GUTEN DINGE SIND 3: VOM PROTOTYP ZUR SERIE

Der Südtiroler Unternehmer Christian Walzl setzte sich Anfang 2020 mit Werner Schönthaler und Daniel Boschung in Kontakt. Ein Pressebericht über die Bienenhäuser hatte ihn auf das Projekt aufmerksam gemacht. Bei einem Treffen auf der Tschengelsburg und einer guten Flasche Wein waren sich die Drei schnell einig: wir machen das zusammen. Christian Walzl brachte in der Entwicklungslaufzeit die Idee zur hexagonalen Form des Bee.House mit ein und übernahm den Vertrieb über sein Pflanzenkohle-Unternehmen Biocarbo.

 

Danach folgte viel technische Detailarbeit vor allem für Werner Schönthaler und Daniel Boschung bis zum Projektstart im März 2021.

 

Ab jetzt bietet das hexagonale Bee.House aus Hanf ein neues Zuhause als Neustart für die Honigbienen.

 
 
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MAKING OF

VOM ERSTEN PROTOTYPEN ZUM BEE.HOUSE

HANDMADE IN SÜDTIROL

AUS HANFKALK UND MUSKELKRAFT

Im Februar 2021 waren die Formen aus Holz realisiert und die Produktion konnte starten. In kleinen Serien zu je 15-20 Stück wurde der Hanfkalk in der Schönthaler Ziegelfabrik gemischt, in die Formen gebracht und gestampft. Zum Trocknen dient, Co2-neutral , der sogenannte "Vinschger-Wind", wie wir ihn bei uns im Tal nennen.
Die Trockenzeit beträgt 2-4 Wochen, anschließend kann das fertige Bee.House auch auf Wunsch bemalt werden.